LELF | Verwaltungs- und Forschungsgebäude in reiner Holzbauweise

Paulinenaue | Deutschland

BAUVERANTWORTLICHE
Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) Landesamt für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF)
Architektur
ZRS Architekten
Tragwerksplanung
ZRS Ingenieure
TGA-Planung
DKI Plan
Brandschutz
ZRS Architekten
Nutzfläche
827 m²
Planungszeit
05|2018 – 11|2019
Bauzeit
03|2020 – 06|2021
Nominierungen
DAM Preis 2023
Fotos
Giacomo Morelli

Der Neubau für das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Brandenburg (LELF) befindet sich im süd-westlichen Teil der ländlichen Gemeinde Paulinenau mit Blick über die Felder. Seine scheunenartige Gebäudeform nimmt Bezug auf die umliegenden Bauten und die Nutzung durch das Referat Ackerbau und Grünland. Der L-förmige Baukörper gliedert sich optisch in zwei miteinander verbundene Teile: die große Werkhalle mit außermittigem Giebel und das rückwärtige Verwaltungsgebäude mit klassischem Satteldach. Optisch zusammengefasst wird der Bau über die Fassadenbekleidung aus horizontalen Lärchenhölzern. Die Organisation im Inneren folgt den funktionalen Zusammenhängen der verschiedenen Arbeitsabläufe.

Das Projekt steht für eine beispielhafte Verwendung von natürlichen und ressourcensparenden Baumaterialien. Geplant als reiner Holzbau besteht das Verwaltungs- und Forschungsgebäude fast ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen. Es ist in Holzrahmenbauweise mit Holzfasereinblasdämmung, Brettstapeldecken und sichtbaren Holz-Fachwerkbindern als Dachkonstruktion errichtet. So prägt der Baustoff Holz sowohl die Atmosphäre der Innenräume als auch das Erscheinungsbild von außen. Die einfache Gründung aus Streifenfundamenten und eine Bodenplatte aus Magerbeton reduziert die Verwendung von fossilen Rohstoffen auf ein Minimum.

Durch die diffusionsoffene Bauweise werden die Raumluftfeuchte und Innenraumtemperatur gesteuert und es kann weitestgehend auf teure Technik wie Lüftungs- und Klimaanlagen verzichtet werden. Der Wärmebedarf wird größtenteils durch den Einsatz regenerativer Energiequellen (Erd-Wärmepumpe) gedeckt. In Kombination mit der hochdämmenden Hülle, einer Wärmeübergabe mit flächigen Niedertemperatursystemen und der Reduktion mechanischer Belüftungssysteme wird der Energiebedarf des Gebäudes stark reduziert.