TULIUM | Museums-Pavilion als Reallabor

TU Campus, Berlin | Deutschland

BAUAUFTRAGGEBENDE
Technische Universität Berlin in Kooperation mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf
KONZEPT & VORPLANUNG
Projektbüro Natural Building Lab, TU Berlin
GRW-Projekt, TU Berlin
in Kooperation mit div. Lehr- und Forschungseinrichtungen der TU Berlin
GENERALPLANUNG AB VORPLANUNG
ZRS Architekten
TRAGWERKSPLANUNG
ZRS Ingenieure
TGA PLANUNG | ENERGIEBERATUNG
IB Hausladen
ELT PLANUNG
Ingenieurbüro für Haustechnik KEM GmbH
AKUSTIK
AKUSTIK - INGENIEURBÜRO MOLL GMBH
LANDSCHAFTSARCHITEKTUR
Schönherr Landschaftsarchitekten
KOKOMO Landschaft und Stadtraum GmbH Berlin (Touristische Wissenspfade)
AUSSTELLUNG
Tamschick Media + Space, Berlin
FORSCHUNG & WISSENSCHAFTLICHE BEGLEITUNG
DBU-Forschungsprojekt „Neubau des Museums-Pavillons der TU Berlin als Reallabor-Bauen“
„Reallabor B(e) Ware“: Natural Building Lab und ZRS Architekten, gefördert durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe
EU Forschungsprojekt „GREENEST – Nest InGrained ecosystem foR zEro EmissioN buildings“
FERTIGSTELLUNG
geplant für Sommer 2027
PLANUNGSZEIT
Konzept und Vorplanung: 2021 – 2022
LP 2: 04 | 2022 – 08 I 2023
LP3: seit 02 I 2024
BAUZEIT
seit Herbst 2025
BGF
1.254 m²
NUTZFLÄCHE
729 m²
FÖRDERUNG
Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW), Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
Visualisierung
ZRS Architekten Ingenieure
Fotos
Reallabor B(e) Ware | Natural Building Lab, TU Berlin | ZRS Architekten Ingenieure

Das TULIUM ist ein Museums-Pavillon auf dem Campus der TU Berlin – geplant und gebaut als Reallabor für klimagerechtes Bauen. Entstanden in einem transdisziplinären Prozess aus der Universität heraus, setzt es auf wiederverwendete Bau- und nachwachsende Rohstoffe und erprobt neue Wege für eine zirkuläre und anpassungsfähige Baupraxis. Das Projekt der Technischen Universität Berlin und des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf verknüpft Universität und Stadt inhaltlich, programmatisch und räumlich.

Das TULIUM ist dabei der Ort für Ausstellungen, Veranstaltungen und Experimente, dauerhaft ausgerichtet auf die Mineralogischen Sammlungen der TU Berlin, mit Wechselausstellungen und einem Café. Die bauliche Fertigstellung ist für Sommer 2027 angestrebt.

Die leichte, transluzente Textilfassade vor den Obergeschossen abstrahiert den Baukörper und greift gestalterisch die Kristallstruktur eines Minerals auf. Als hinterbelüftete Haut verhindert sie das Aufheizen der Gebäudehülle, streut das Tageslicht gleichmäßig in den Innenraum und ersetzt separate Sonnenschutzeinrichtungen. Dahinter verbirgt sich eine konsequente Holzkonstruktion – nachwachsend und reversibel, mit minimalem Einsatz von Beton und Stahl.

Die aufgeständerte, fliegende Gründung vermeidet Bodenversiegelung weitgehend.

Das TULIUM tritt den Beweis an, dass auch im Bereich weitgespannter, anspruchsvoller Tragkonstruktionen Wiederverwendung möglich ist. Teile des Tragwerks stammen aus einem ehemaligen Berliner Getränkelager, einem Kreuzberger Dachstuhl und Gründerzeit-Deckenbalken. Das konstruktive Herzstück bildet der Gitterträger im Foyer: Das additive System aus Gebrauchtholz reagiert flexibel auf unterschiedliche Materialressourcen und ermöglicht zugleich große Spannweiten.

Für den bauordnungsrechtlich zulässigen Einsatz dieser Bauteile wurden Zustimmungen im Einzelfall erwirkt – koordiniert durch das Natural Building Lab der TU Berlin und vom Reallabor B(e)Ware weiterentwickelt.

Das TULIUM ist als Austauschort zwischen Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft konzipiert. Über das zentrale Foyer erschließen sich im Erdgeschoss wechselnde Ausstellungen und Veranstaltungen sowie das Café. Im Obergeschoss befindet sich die Dauerausstellung der Mineralogischen Sammlungen der TU Berlin, eine der ältesten und wichtigsten universitären Sammlungen, die der TU erhalten geblieben sind, ergänzt durch einen Wechselausstellungsbereich im Diskurs mit der Mineralogie. Die Materialwahl im Innenraum setzt die Prinzipien des Gebäudes unmittelbar fort.

Der Campus wird zum Wissensvermittler und Treffpunkt für die TU-Gemeinschaft und Besucher*innen. Um das TULIUM herum entsteht eine Lichtung als Vorplatz und ein neues Zentrum mit Café und grünem Forum. Die Wissenspfade verknüpfen Universität und Stadt über sogenannte Wissensbojen und bieten Orientierung auf dem Campus.

Konträr zur gängigen Praxis von Architektur-Wettbewerben wurde das Projekt seit 2019 in einem partizipativen und transdisziplinären Prozess aus der Universität heraus entwickelt, mit über 300 beteiligten Studierenden. Ein studentisches Projektbüro erarbeitete den finalen Entwurf, der an das kollaborative Generalplaner*innenteam übergeben wurde und nun realisiert wird.

Das TULIUM eröffnet dabei als Reallabor Experimentierräume für den Bausektor und soll zeigen, was unter realen Bedingungen bereits heute möglich ist.

Das Bauvorhaben „Museums-Pavillon und Touristische Wissenspfade auf dem TU Campus“ wird im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit zweckgebundenen Bundes- und Landesmitteln gefördert.

Als Reallabor kooperiert das Projekt mit mehreren Forschungsvorhaben, koordiniert durch das Natural Building Lab der TU Berlin: dem EU-HORIZON Projekt „GreeNest“, dem DBU-Projekt „Neubau Museums-Pavillon“ und dem Reallabor B(e)Ware.