Baustellenupdate | Gedübelte Brettstapeldecke und Außenwand aus Gebrauchtholz komplettieren das TULIUM
Am TULIUM auf dem Campus der TU Berlin sind die letzten großflächigen Forschungsbauteile aus Gebrauchtholz installiert: eine gedübelte Brettstapeldecke (knapp 90m²) und 300m² Außenwand.
Die Brettstapeldecke bildet den gestalterischen Abschluss des Foyers. Anders als bei klassischer Verwertung wird das Material hier nur zwischengenutzt: Module und einzelne Balken lassen sich zerstörungsfrei zurückbauen und künftig wiederverwenden. Manche Module bestehen komplett aus wiederverwendeten Balken, andere kombinieren Alt und Neu oder nutzen geregelte Bauprodukte. Die originalen Oberflächen blieben bewusst erhalten.
Die Außenwände sind als EcoTechWall ausgeführt: ein vorgefertigtes System mit Gebrauchtholz in Ständerwerk und Fassade, gefügt über lösbare Holz-Holz-Verbindungen. Die Brandschutzbekleidung der aussteifenden OSB-Platte übernimmt eine Lehmplatte statt der üblichen Gipsplatte. Von insgesamt rund 500m² Holztafelwänden im Gebäude sind 300m² auf diese Weise gefügt, 100m² davon vollständig aus Gebrauchtholz. Die Wände rahmen künftig den Wechselausstellungsbereich im 2. OG.
Die Bauteile wurden im Rahmen des EU-Forschungsprojekts GreeNest entwickelt und baulich umgesetzt. Beteiligte Partner:innen: ZRS Architekten Ingenieure, Terhalle Holzbau und das Natural Building Lab der TU Berlin. Fördermittelgeber:in: Co-funded by the European Union and the State Secretariat for Education, Research and Innovation (SERI). Koordination der Gebrauchtholzprozesse durch das Reallabor B(e) Ware. Herstellung der BSH-Bauteile: Holzwerke Bullinger. Herstellung Gitterträger: Terhalle Holzbau
Fotos: Natural Building Lab, TU Berlin