Baustellenbesichtigung | St. Mauritius-Sekundarschule, Halle (Saale)
Am Donnerstag, den 12. Februar 2026, fand eine Baustellenbesichtigung bei dem Neubau der St. Mauritius-Sekundarschule in Halle (Saale) statt. Die Edith‐Stein‐Schulstiftung des Bistums Magdeburg realisiert das nachhaltige und gesunde Bauprojekt. Das ambitionierte Ziel: „Das Gebäude wird CO₂-neutral errichtet und soll auch so betrieben werden“, sagte Steffen Lipowski, Vorstand der Edith‐Stein‐Schulstiftung.
Daher lag auch der Planungsschwerpunkt auf der Reduktion der CO2-Emissionen in Bau und Betrieb. „Diese erreichen wir durch den Einsatz natürlicher Baustoffe in seriellen Elementen mit hohem Vorfertigungsgrad. Die tragende Konstruktion des dreigeschossigen Gebäudes besteht ausschließlich aus Holz. Die Holzgefache der Außenwände sind mit Zellulose gedämmt und werden mit einer Holzfassade bekleidet. Die als Fachwerkkonstruktion vorgefertigten Innenwände sind mit 24 cm dicken Lehmsteinen ausgefacht und mit Lehm verputzt. Das minimierte, regenerativ innovative Technikkonzept nutzt ausschließlich erneuerbare Energien, vorrangig Erdwärme und eine Photovoltaikanlage“, erläuterte Alexander Tietze, planender Architekt von Steinbock-Architekten aus Magdeburg, das Konzept.
Die Lehmsteine geben dem Holzbau die thermische Trägheit eines Massivbaus. „Der großflächige Einsatz von Lehm, als Füllung der Holzmodule und dem Verputz, sorgt für ein angenehmes Raumklima und leistet durch die hohe Speichermasse einen Beitrag zum geringeren Energieverbrauch für Heizung und Kühlung sowie einen hervorragenden Schallschutz“, erklärte der gebürtige Leipziger, Prof. Christof Ziegert, Sachverständiger im Lehmbau, ZRS Ingenieure. ZRS Architekten Ingenieure waren für die Fachplanungsaspekte Tragwerk, Schallschutz und Brandschutz des Schulbaus verantwortlich.
Gerade in Mitteldeutschland sind traditionelle Lehmbauten weit verbreitet und für ihr gutes Raumklima geschätzt. Der Schulneubau nimmt also die traditionellen Baustoffe und Bauweisen auf und passt diese an die modernen Anforderungen im Bauwesen an. Dass das bei den strengen Bauvorschriften in Deutschland überhaupt wieder möglich und zulässig ist, daran hat Prof. Ziegert erheblichen Anteil. Er ist auch Mitbegründer des in Halle (Saale), am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt ansässigen WIR!-Bündnis GOLEHM. Gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt können hier über zahlreiche Forschungsvorhaben weitere Grundlangen für DIN-Normen für Lehmbaustoffe erarbeitet werden, die zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten sind. „Nur durch einen entsprechenden baurechtlichen Rahmen kann bei Planern und Handwerkern wieder eine Akzeptanz und im positiven Sinne Normalität bei der Verwendung dieser Baustoffe erreicht werden“, erläutert Ziegert.
Der Schulbau selbst wurde überwiegend regional geplant und ausgeführt. „So werden die Kompetenzen im nachhaltigen Bauen und damit die Zukunftsfähigkeit der regionalen Bauwirtschaft gestärkt und gesichert“, erläutert der ausführende Lehmbauer, David Pfennig, Geschäftsführer von Pfennig Bau aus Oschatz und ebenfalls Partner bei GOLEHM.
Link zur Pressemitteilung
Beitrag vom MDR: Schule in Halle entsteht in Lehmbauweise
Fotos: © GOLEHM, LDA Sachsen-Anhalt (1, 4–6) | ZRS Ingenieure, Berlin (2,3) | © Edith-Stein-Schulstiftung, Magdeburg. Photo: Sven Gora (7)